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S&P 500 verliert 2,68 Prozent nach den US-Zwischenwahlen

6. November 2026Aktualisiert: 7. November 20261 Aufrufe

Der DAX hat die Woche mit 25.820,36 Punkten und einem Plus von 0,01 Prozent nahezu unverändert geschlossen, während die US-Indizes nach dem republikanischen Wahldebakel vom 3. November den Rückwärtsgang einlegten: Der S&P 500 verlor 2,68 Prozent auf 7.376,86 Zähler, der Nasdaq Composite 3,37 Prozent auf 24.579,42 Punkte, der Dow Jones Industrial Average nur 0,94 Prozent auf 51.285,73. Die eigentliche Geschichte der Woche spielte sich jedoch in Fernost ab: Der TAIEX brach um 14,82 Prozent auf 38.513,33 Punkte ein, der KOSPI um 12,94 Prozent auf 4.988,98, der Nikkei 225 um 9,42 Prozent auf 57.329,13. Der Hang Seng Index legte dagegen 5,27 Prozent auf 24.522,95 zu, der Nifty 50 sogar 6,44 Prozent auf 24.536,6.

Das Ereignisfenster: Zwischenwahlen und die Folgen

IndexSchluss 30.10.2026Schluss 06.11.2026Woche
S&P 5007.580,077.376,86-2,68%
Nasdaq Composite25.437,0024.579,42-3,37%
Dow Jones Industrial Average51.770,3151.285,73-0,94%
Russell 20002.811,842.754,11-2,05%
DAX25.818,2125.820,36+0,01%
Euro Stoxx 506.131,316.170,49+0,64%
Nikkei 22563.290,1157.329,13-9,42%
TAIEX45.211,8338.513,33-14,82%
Hang Seng Index23.294,4224.522,95+5,27%

Das bestimmende Ereignis der Woche war der Ausgang der US-Zwischenwahlen vom 3. November: Die Demokraten gewannen sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus, Präsident Trump akzeptierte das Ergebnis und signalisierte Kooperationsbereitschaft. Der Markt las daraus in der Sitzung vom 4. November unmittelbar den Befund „geteilte Regierung gleich politischer Stillstand" und feierte ihn: Der Dow Jones Industrial Average sprang um 3,03 Prozent, der S&P 500 um 1,58 Prozent, der Nasdaq Composite um 1,44 Prozent. Die Woche insgesamt blieb dennoch negativ, weil die Rally vom Dienstag und Mittwoch durch die Bewegung am Donnerstag und Freitag mehr als aufgezehrt wurde. Der Dow hielt sich mit -0,94 Prozent noch am besten, was der zyklischen und defensiven Zusammensetzung des Index geschuldet ist.

Die Übertragungskette verlief über zwei Kanäle. Erstens die Sektorenrotation: Energie und Industrie gerieten unter Druck, während zyklischer Konsum und Finanzwerte führten. Zweitens die Regulierungserwartung: Am 4. November begann der Markt, eine von den Demokraten vorangetriebene Wende in der Energie- und Gesundheitspolitik einzupreisen, und zugleich wuchs die Sorge vor einer strengeren Aufsicht über Rechenzentrums- und Stromkosten. Erneuerbare Energien und Krankenversicherungswerte legten zu, während nach dem Ergebnis der Gouverneurswahl in Texas die Erwartung aufkam, dass die Expansion von Rechenzentren dort begrenzt werden könnte — entsprechende Titel gaben nach. Am 5. November fiel der Ölpreis dann deutlich, und der Energiesektor wurde zum größten Verlierer der Wahlwoche; der Rückgang verband sich mit der Erwartung, das Wahlergebnis könne einen Waffenstillstand im Nahen Osten begünstigen.

Was wir nicht wissen: Ob die Rally vom 4. November tatsächlich dem Wahlausgang zuzurechnen ist oder ob sie nur in dasselbe Zeitfenster fiel wie eine bereits überverkaufte Marktlage — der S&P 500 hatte vor der Wahl bereits deutlich unter seinem Oktober-Hoch gelegen, und ein Teil der Bewegung dürfte Eindeckung von Leerverkäufen gewesen sein.

DAX: Ein Index, der nicht vom Fleck kommt

Der deutsche Leitindex schloss bei 25.820,36 Punkten und damit 0,01 Prozent über dem Stand der Vorwoche von 25.818,21 — ein Stillstand, der die Heterogenität unter der Oberfläche verdeckt. Die Marktbreite in unserer Abdeckung zeigt für Deutschland 45 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 3 Milliarden Dollar, davon 55,6 Prozent im Plus, der mediane Zuwachs lag bei 0,62 Prozent. Getragen wurde die Woche von der Reise- und Baustoffseite: Deutsche Lufthansa AG legte 17,71 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung zu, Heidelbergcement AG 15,52 Prozent auf 30 Milliarden Dollar. Auch Fresenius SE & Co. KGaA mit +9,8 Prozent auf 29,2 Milliarden Dollar und Bayer AG mit +9,21 Prozent auf 48,7 Milliarden Dollar gehörten zu den Gewinnern — beide profitieren von der Erwartung einer freundlicheren Gesundheitspolitik in Washington.

Gebremst wurde der Index von der Technologie- und Industrieachse. Infineon Technologies verlor 9,5 Prozent auf 70,7 Milliarden Dollar, Siemens Energy 6,95 Prozent auf 128,3 Milliarden Dollar, Schaeffler AG 4,48 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Der Rückgang bei Siemens Energy ist insofern bemerkenswert, als das Unternehmen zu den Profiteuren der Stromnachfrage durch Rechenzentren zählt — genau jene Nachfrage, deren Regulierung der Markt seit dem 4. November stärker einpreist. Die europäische Breite war insgesamt freundlicher als die deutsche: Im Euro Stoxx 50 legten 61,4 Prozent der 220 erfassten Titel zu, der Median lag bei +1,13 Prozent. Der CAC 40 gewann 2,13 Prozent auf 8.139 Punkte, der IBEX 35 sogar 3,84 Prozent auf 19.369,5, während der FTSE 100 mit -0,52 Prozent auf 10.673,94 Punkte der einzige größere europäische Index mit negativem Vorzeichen blieb.

USA: Die Wahl-Rally verpufft

Die amerikanischen Indizes haben die Woche trotz des starken Dienstagshandels verloren, und die Verteilung der Bewegungen erzählt eine klare Geschichte. Der Russell 2000 verlor 2,05 Prozent auf 2.754,11 Punkte und damit mehr als der Dow, was gegen die These spricht, dass die Wahl primär als konjunkturbelebendes Ereignis für den binnenorientierten Mittelstand gelesen wurde. Die Marktbreite in unserer US-Abdeckung zeigt 327 Unternehmen mit mindestens 3 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung, davon 50,5 Prozent im Plus, bei einem medianen Zuwachs von nur 0,07 Prozent — der Indexverlust ist also nicht breit gestreut, sondern konzentriert sich auf die Schwergewichte der Halbleiter- und Hardwarekette.

Genau dort schlugen die Verluste zu. Dell Technologies Inc. verlor 22,57 Prozent auf 209 Milliarden Dollar, Micron Technology, Inc. 22,01 Prozent auf 780,3 Milliarden Dollar, Advanced Micro Devices 19,89 Prozent auf 223,6 Milliarden Dollar, Vertiv 21,35 Prozent auf 89,5 Milliarden Dollar und Ciena 24,11 Prozent auf 45,5 Milliarden Dollar. Die Bewegung fällt in dasselbe Fenster wie die texanische Gouverneurswahl und die wachsende Erwartung einer Begrenzung des dortigen Rechenzentrumsausbaus — ein Zusammenhang, der sich nicht kausal belegen lässt, weil die genannten Unternehmen ihre Zahlen bereits vor der Wahl vorgelegt hatten und die Kursbewegung auch mit der allgemeinen Bewertungsdebatte um KI-Infrastruktur zusammenfallen könnte.

Auf der Gewinnerseite standen Unternehmen, die mit der neuen politischen Konstellation in Verbindung gebracht werden: IDEXX Laboratories gewann 22,65 Prozent auf 43,5 Milliarden Dollar, Duolingo, Inc. 21,91 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar, The Mosaic Company 21,59 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar, Tapestry, Inc. 14,2 Prozent auf 23,1 Milliarden Dollar und The Clorox Company 13,59 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar. Die Konzentration auf Gesundheits-, Konsum- und Düngemittelwerte passt zum Narrativ einer demokratisch kontrollierten Gesundheits- und Umweltpolitik, ist aber bei einem Indexrückgang von 2,68 Prozent auch als Rotation aus den Verlierersektoren zu lesen.

Die Makrodaten vom 4. November stützten die Risikoneigung nicht nachhaltig: Der ISM-Index für den Dienstleistungssektor lag im Oktober bei 54,5 Punkten und damit unter der Erwartung von 54,7 und unter dem Vormonatswert von 54,9. Der S&P Global Composite PMI fiel auf 55,9 von 58,4, während der ADP-Bericht für den privaten Sektor einen Stellenaufbau von 86.000 verzeichnete und damit über der Erwartung von 70.000 lag. Die Dynamik schwächt sich also am Rand ab, der Arbeitsmarkt bleibt aber stabil — ein Mix, der die Wahl-Rally vom Dienstag nicht erklären kann und sie entsprechend auch nicht trug.

Asien: Ein Kontinent, zwei Geschichten

Die asiatischen Märkte haben die Woche so unterschiedlich verarbeitet wie kaum ein anderes Regionen-Set. Auf der einen Seite die Verlierer: Der TAIEX verlor 14,82 Prozent auf 38.513,33 Punkte, der KOSPI 12,94 Prozent auf 4.988,98, der Nikkei 225 9,42 Prozent auf 57.329,13. Die Marktbreite in Japan zeigt 92 Unternehmen, von denen nur 20,7 Prozent im Plus lagen, bei einem medianen Rückgang von 6,44 Prozent — die Schwäche war also breit und nicht auf einzelne Titel beschränkt. In Taiwan lagen von sechs erfassten Unternehmen nur 16,7 Prozent im Plus, der Median lag bei -8,55 Prozent.

Die Verlierer in Japan sind fast ausschließlich Halbleiterausrüster: SCREEN Holdings verlor 31,99 Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar, Murata 23,66 Prozent auf 78,8 Milliarden Dollar, Tokyo Ohka Kogyo 20,38 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar, Advantest 19,54 Prozent auf 161,8 Milliarden Dollar. In Taiwan traf es Chroma ATE Inc. mit -31,34 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar, YAGEO Corporation mit -25,5 Prozent auf 35,7 Milliarden Dollar und Delta Electronics mit -20,97 Prozent auf 133 Milliarden Dollar. Die Bewegung fällt in dasselbe Fenster wie die US-Halbleiterverkäufe und die Diskussion um Rechenzentrumskosten — ein Zusammenhang, der sich nicht kausal belegen lässt, weil die genannten Unternehmen ihre Zahlen bereits vor der Wahl vorgelegt hatten und die Kursbewegung auch mit der allgemeinen Bewertungsdebatte um KI-Infrastruktur zusammenfallen könnte.

Auf der anderen Seite die Gewinner: Der Hang Seng Index legte 5,27 Prozent auf 24.522,95 Punkte zu, der Hang Seng China Enterprises 5,42 Prozent auf 8.288,52, der SSE Composite 0,82 Prozent auf 3.628,44, der SZSE Component 3,26 Prozent auf 11.186,88 und der ChiNext Index 2,14 Prozent auf 2.465,23. Die chinesische Marktbreite ist die stärkste im Datensatz: Von 183 Unternehmen lagen 80,9 Prozent im Plus, der mediane Zuwachs betrug 3,91 Prozent. Getragen wurde die Bewegung von der Solar- und Elektroausrüstung: Sungrow gewann 25,55 Prozent auf 26,1 Milliarden Dollar, Beijing Roborock Technology 24,63 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar, China Southern Power Grid Technology 22,1 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar und NAURA 16,97 Prozent auf 67,9 Milliarden Dollar. Die chinesische Outperformance fällt in dasselbe Fenster wie die US-Wahl und die Erwartung einer demokratischen Energiepolitik — ob sie tatsächlich damit zusammenhängt oder schlicht eine Gegenbewegung zu den vorangegangenen Kapitalabflüssen darstellt, lässt sich aus den Daten nicht entscheiden.

Der Nifty 50 gewann 6,44 Prozent auf 24.536,6 Punkte und war damit der stärkste große Index der Woche außerhalb Chinas. Der Bovespa legte 0,34 Prozent auf 168.498,45 Punkte zu.

Gewinner und Verlierer

UnternehmenKürzelWocheMarktkapitalisierung
IDEXX LaboratoriesNASDAQ:IDXX+22,65%43,5 Mrd. USD
Duolingo, Inc.NASDAQ:DUOL+21,91%6,5 Mrd. USD
The Mosaic CompanyNYSE:MOS+21,59%5,9 Mrd. USD
Tapestry, Inc.NYSE:TPR+14,2%23,1 Mrd. USD
The Clorox CompanyNYSE:CLX+13,59%10,6 Mrd. USD
CienaNYSE:CIEN-24,11%45,5 Mrd. USD
Dell Technologies Inc.NYSE:DELL-22,57%209 Mrd. USD
Micron Technology, Inc.NASDAQ:MU-22,01%780,3 Mrd. USD
VertivNYSE:VRT-21,35%89,5 Mrd. USD
Advanced Micro DevicesNASDAQ:AMD-19,89%223,6 Mrd. USD

In Europa führte Deutsche Lufthansa AG mit +17,71 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar die Gewinnerliste an, gefolgt von Heidelbergcement AG mit +15,52 Prozent auf 30 Milliarden Dollar und Orange S.A. mit +11,79 Prozent auf 42 Milliarden Dollar. Auf der Verliererseite stand Alstom mit -29,6 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar an der Spitze, gefolgt von OHB SE mit -14,64 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar und BP p.l.c. mit -11,63 Prozent auf 116,6 Milliarden Dollar — der Ölpreisverfall vom 5. November schlug sich hier nieder. In Frankreich gewann BNP Paribas SA 7,16 Prozent auf 108,2 Milliarden Dollar, LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE 6,24 Prozent auf 218,6 Milliarden Dollar und Hermès International S.A. 6,11 Prozent auf 155,6 Milliarden Dollar; TotalEnergies SE verlor 2,66 Prozent auf 197,3 Milliarden Dollar.

In Japan hielten sich die Autobauer gegen den Trend: Toyota Motor Corporation gewann 10,46 Prozent auf 254,6 Milliarden Dollar, Honda Motor Co., Ltd. 5,36 Prozent auf 44,1 Milliarden Dollar, Sony Group Corporation 6,72 Prozent auf 157,6 Milliarden Dollar. In Hongkong legten Chow Tai Fook 8,36 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar und Techtronic Industries 6,75 Prozent auf 30,2 Milliarden Dollar zu.

Rohstoffe, Devisen und Zinsen

Die Rohstoffmärkte lieferten das klarste Signal der Woche. WTI Crude fiel um 13,23 Prozent auf 90,34 Dollar je Barrel, Brent Crude um 16,9 Prozent auf 97,76 Dollar — der stärkste Rückgang, den wir in diesem Datensatz verzeichnen. Der Ölpreisverfall fällt in dasselbe Fenster wie der Wahlsieg der Demokraten und die Erwartung eines Nahost-Waffenstillstands; ob die Bewegung tatsächlich politisch getrieben war oder eine Angebotsreaktion auf die jüngsten Lageraufbauten darstellt, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht entscheiden. Der Energiesektor war jedenfalls der größte Verlierer der Wahlwoche, und BP verlor 11,63 Prozent.

Die Edelmetalle profitierten von der Unsicherheit: Gold stieg um 4,63 Prozent auf 4.079,5 Dollar je Unze, Silber um 5,84 Prozent auf 51,97 Dollar, Platin um 6,88 Prozent auf 1.537 Dollar. Die Industriemetalle gaben dagegen nach: Kupfer -3,07 Prozent auf 6,26 Dollar je Pfund, Aluminium -3,34 Prozent auf 3.200 Dollar, Zink -5,05 Prozent auf 3.818 Dollar je Tonne. Erdgas legte 3,62 Prozent auf 3 Dollar je MMBtu zu, Kohle 3,54 Prozent auf 152,3 Dollar je Tonne, während Kali 2,72 Prozent auf 357,5 Dollar verlor. Die Agrarpreise gaben leicht nach: Mais -1,23 Prozent auf 442,25 US-Cent je Scheffel, Weizen -2,15 Prozent auf 590,5, Sojabohnen -2,27 Prozent auf 1.194,5.

Am Devisenmarkt zeigte sich der Dollar gemischt. USD/JPY stieg um 0,39 Prozent auf 158,425, USD/KRW um 1,92 Prozent auf 1.363,65, USD/TWD um 0,61 Prozent auf 32,765 und USD/BRL um 2,06 Prozent auf 5,4959. Gegenüber dem indischen Rupie verlor der Dollar 1,32 Prozent auf 93,895, gegenüber dem Hongkong-Dollar 0,08 Prozent auf 7,8396 und gegenüber dem Yuan 0,06 Prozent auf 6,6648.

Am Rentenmarkt gaben die US-Renditen über die Woche nach: Die 10-jährige Treasury notierte am 6. November bei 4,86 Prozent und damit 8 Basispunkte unter dem Stand der Vorwoche. Die 2-jährige Rendite fiel um 5 Basispunkte auf 4,51 Prozent, die 5-jährige um 7 Basispunkte auf 4,64 Prozent, die 30-jährige um 5 Basispunkte auf 5,26 Prozent. Die 3-monatige Rendite stieg dagegen um 3 Basispunkte auf 4,19 Prozent. Der Spread zwischen 10- und 2-jähriger Rendite liegt damit bei 35 Basispunkten. Für die Bewertungsgeschichte ist das insofern relevant, als der Rückgang der langen Renditen die Aktienbewertung stützen sollte — dass der Nasdaq dennoch 3,37 Prozent verlor, spricht dafür, dass die Bewegung in den Halbleiterwerten nicht zinsgetrieben war, sondern sektorspezifisch.

Die internationalen 10-Jahres-Renditen sind mit Vorsicht zu lesen, da die Veränderungen sich auf unterschiedliche Zeiträume beziehen: Die britische 10-Jahres-Gilt notierte am 6. November bei 5,16 Prozent (Tagesveränderung +1 Basispunkt, Monatsveränderung -28 Basispunkte, Jahresveränderung +69 Basispunkte). Die deutsche 10-Jahres-Rendite lag am 30. September bei 3,47 Prozent (Tagesveränderung +1 Basispunkt, Monatsveränderung -23 Basispunkte, Jahresveränderung +59 Basispunkte). Die chinesische 10-Jahres-Rendite notierte am 6. November bei 1,59 Prozent (Tagesveränderung -1 Basispunkt, Monatsveränderung -11 Basispunkte, Jahresveränderung -18 Basispunkte). Für die japanische 10-Jahres-Rendite liegen uns für den 30. Oktober keine belastbaren Veränderungswerte vor.

Ausblick: Bedingungen statt Ziele

Für die kommende Woche sind die Bedingungen klar umrissen. Erstens: Die US-Renditekurve bleibt mit 35 Basispunkten Spread zwischen 10 und 2 Jahren positiv geneigt, und die 10-Jahres-Rendite liegt mit 4,86 Prozent unter der Marke von 5 Prozent — solange das so bleibt, ist der Bewertungsdruck auf Wachstumswerte begrenzt. Zweitens: Der Ölpreis ist mit 90,34 Dollar je Barrel WTI auf einem Niveau, das die Energiewerte unter Druck hält, aber die Konsumenten entlastet; eine nachhaltige Bewegung unter 90 Dollar würde die Sektorrotation weiter verstärken, ein Anstieg über 100 Dollar würde sie umkehren. Drittens: Die Marktbreite in China mit 80,9 Prozent Advancers bei 183 Unternehmen ist ein starkes Signal, aber sie ist eine Woche alt — ob sie sich bestätigt, hängt davon ab, ob die Kapitalzuflüsse in den SZSE Component anhalten, der mit +3,26 Prozent auf 11.186,88 Punkte den stärksten Zuwachs der großen Indizes verzeichnete.

Viertens: Die Divergenz zwischen dem DAX mit +0,01 Prozent und dem CAC 40 mit +2,13 Prozent ist ungewöhnlich und dürfte sich auflösen — entweder durch eine Aufholbewegung des DAX oder durch eine Korrektur in Paris. Fünftens: Die japanischen Halbleiterausrüster haben mit Rückgängen von 19 bis 32 Prozent eine Bewertungskorrektur hinter sich, die ohne weitere Nachrichten aus dem Rechenzentrumssegment nicht beliebig fortsetzbar ist; der Nikkei 225 bei 57.329,13 Punkten liegt 9,42 Prozent unter dem Vorwochenstand, und die Marktbreite mit 20,7 Prozent Advancers bei 92 Unternehmen lässt wenig Raum für eine schnelle Stabilisierung. Sechstens: Die taiwanesische Börse mit -14,82 Prozent auf 38.513,33 Punkte ist der extremste Einzelbefund der Woche; ob er sich als Übertreibung erweist, hängt an der Frage, ob die texanische Politik tatsächlich zu einer Begrenzung des Rechenzentrumsausbaus führt — ein Risiko, das der Markt seit dem 4. November einpreist, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit wir aber nicht beziffern können.

Datenanhang

KennzahlWertVeränderung
S&P 5007.376,86-2,68%
Nasdaq Composite24.579,42-3,37%
Dow Jones Industrial Average51.285,73-0,94%
Russell 20002.754,11-2,05%
DAX25.820,36+0,01%
CAC 408.139,00+2,13%
Euro Stoxx 506.170,49+0,64%
IBEX 3519.369,50+3,84%
FTSE 10010.673,94-0,52%
Nikkei 22557.329,13-9,42%
TAIEX38.513,33-14,82%
KOSPI4.988,98-12,94%
Hang Seng Index24.522,95+5,27%
SSE Composite3.628,44+0,82%
SZSE Component11.186,88+3,26%
CSI 3004.113,41+3,21%
Nifty 5024.536,60+6,44%
Bovespa168.498,45+0,34%
US 10Y Treasury4,86%-8 bp (Woche)
US 2Y Treasury4,51%-5 bp (Woche)
US 10Y-2Y Spread35 bp—
WTI Crude90,34 USD/bbl-13,23%
Brent Crude97,76 USD/bbl-16,9%
Gold4.079,50 USD/oz+4,63%
Silber51,97 USD/oz+5,84%
Kupfer6,26 USD/lb-3,07%
USD/JPY158,425+0,39%
USD/CNY6,6648+0,06%
USD/KRW1.363,65+1,92%
ISM Services (Okt.)54,5Erwartung 54,7
S&P Global Composite PMI55,9Vormonat 58,4
ADP Privatbeschäftigung (Okt.)+86.000Erwartung +70.000

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zur Durchführung von Transaktionen dar. Die genannten Kurse und Kennzahlen beziehen sich auf den Schlussstand vom 6. November 2026 beziehungsweise den letzten verfügbaren Stand; Angaben zu internationalen 10-Jahres-Renditen beziehen sich auf unterschiedliche Stichtage und sind entsprechend gekennzeichnet. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Entwicklung.